Liebe Kleinprobstdorferinnen! Liebe Kleinprobstdorfer! Jesus Christus hat vor seinem Tod angekündigt: Er wird am dritten Tage auferstehen. Er wird uns nicht als Waisen zurücklassen. „Es ist noch eine kurze Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben.“ (Johannes 14, 19) Christus lebt, er zeigt sich uns. Und wir, werden wir ihn erkennen? Woran werden wir ihn erkennen? Der Abschnitt aus dem Johannes- evangelium gibt uns darauf die Antwort: Wir werden ihn daran erkennen, dass er uns anspricht, ja sogar beim Namen nennt. So wie Maria von Magdala ihn erkennt, als er sie mit Namen anspricht. Sie hält ihn zuerst für den Gärtner, bis er sie persönlich anspricht und bei ihrem Namen nennt: „Maria!“. Er geht auf sie zu, sieht ihre Tränen und spricht sie an: „Frau, was weinst du? Wen suchst du?“ Ostern fängt auch für uns damit an, dass endlich jemand fragt: „Warum weinst du denn, Frau? Warum bist du so traurig, Mann? Was brauchst du, mein Kind? Wen suchst du, liebe Schwester, lieber Bruder, lieber Mitmensch?“ Alle Auferweckungsberichte der Bibel erzählen nicht, wie der Leichnam Jesu wiederbelebt wurde. Sie erzählen nur, wie Menschen wieder aufwachen, weil sie Christus begegnet sind. Das geschieht auch bei Maria Magdalena. Als erste wird sie vom Auferstandnen bei ihrem Namen gerufen: „Maria!“. Und auch wir können Men- schen bei ihrem Namen rufen. Jesus Christus macht uns die Menschen lieb. Einige sind das ohnehin, viele andere weniger oder überhaupt nicht. Aber der auferstandene Heiland verbirgt sich hinter jedem Mitmenschen. Er ist der Gärtner, die Bankangestellte, der Arbeitskollege, die Krankenschwester, der Nachbar, der Fremde. Er ist der, der mir sympathisch ist oder gleichgültig ja sogar unsympathisch ist. Das ist der Geist von Ostern: Gesprächsfähig werden und meinen Mitmenschen beim Namen nennen. Ihn so offen und ernsthaft anhören, wie ich selbst gern gehört und ernst genommen werden möchte. Niemanden gleich abschreiben und auf keinen Fall das letzte Urteil fällen. In guter Hoffnung es mit jedem und mit jeder immer wieder aufs neue versuchen. An uns liegt es, mit diesem Ostergeist in uns zu leben. Jesus Christus, der aufgestandene Herr und Heiland verzichtet auf keine und auf keinen von uns. Er spricht uns alle täglich von neuem mit Namen an. Und unsere Antwort?Sie sollte zum Bekenntnis werden: „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“
Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer – ich wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Osterfest! Euer Gerhard Roth
Schwanenstadt, den 18.03.08
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